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Meinungen

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Fahren wir jetzt gegen den Baum?

Jetzt geht es mit der Natur und Umwelt rapide bergab! Atomkraftwerke sind sicher, es kann gar nichts passieren? Windkraftanlagen dürfen überall hin, jetzt erst recht. Rotmilan, Schwarzmilan, Wespenbussard brauchen laut neuem Windenergieerlass in Brandenburg nicht mehr berücksichtigt werden. See- und Fischadler nur noch zum Teil. Kraniche sowieso nicht. Fledermäuse und Vogelzug sind nur noch in seltenen Fällen ein Hindernis für die Aufstellung von Windrädern. Geschützte Biotope werden zu Maisfeldern für die Biogaserzeugung. Das alles wird von der Brandenburgischen Politik erlaubt. Die Landwirtschaft überdüngt die Flächen und beseitigt radikal Kräuter und alle Arten von Insekten. Dies nun schon seit 50 Jahren, heute mehr denn je. Die letzten Strukturen: Feldraine und Sträucher verschwinden ganz. Heizt erheblich den Klimawandel an. Es gibt zu viele Rinder, die weiter zur Erwärmung der Erde beitragen. Tierquälerei ist selbstverständlich in der mordernen Tierhaltung. Die Forst bekämpft immer noch mit Flugzeugen Insekten im Wald. Fledermäuse und Eidechsen u.a. verhungern. Jetzt besteht der Plan, alle Landesgewässer für Motorboote zugänglich und gut befahrbar zu machen. Allein zwischen Prieros und und Beeskow sollen sieben FFH-Gebiet platt gemacht werden. Ebenso auch im Norden von Berlin. Bereits genehmigt ist, den Nottekanal zu vertiefen und besser zu befestigen, um das FFH-Gebiet Mellensee für Motorboote besser zugänglich zu machen. Es heißt, Motorboote verschlechtern nicht, sondern verbessern die Vegetation und stören weder die Tierwelt noch die Paddler. Beschwert man sich bei der EU, gibt es keine Antwort. Wer die Biodiversität erhalten will, wird als Spinner angesehen, wie in der DDR.

Dr. Gisela Deckert
Ehrenvorsitzende vom NABU Dahmeland.

 

 

Durch Belletristik zur Naturliebe

 

Liebe Naturfreunde!

Im Laufe meines bisherigen Lebens habe ich die nachfolgend empfohlenen Bücher gelesen. Sie haben mich zu einem Leben geführt, in dem die Naturbeobachtung und der Naturschutz eine große Rolle spielen. Deshalb möchte ich Euch diese Bücher zum Lesen empfehlen. Die nachfolgenden Sprüche sollen dieses Ansinnen unterstützen.

Die ersten beiden Bücher bringen folgenden indianischen Spruch näher:

Alle Wesen teilen sich die Gabe des Lichts, des Lebens und der Wärme. Daher darf niemand glauben, dass die Gabe nur für ihn bestimmt sei, und niemand darf den anderen verweigern, sich an diesen Gaben zu erfreuen.

Johnston, Manitu

 Die Bücher /3/, /4/, /5/, /6/, /7/, /8/, /9/, /11/ und die DVD /10/ lassen die nachstehenden Sprüche besser verstehen:

Die Weißen verderben unser Land, sie machen die ganze Natur seufzen. Sie schneiden die Kräuter mit langen Messern, sie verderben die Kräuter, und die Kräuter weinen. Sie töten die Bäume mit mörderischen Eisen, sie tun den Bäumen Unrecht, und die Bäume weinen. Sie reißen die Eingeweide der Erde auf, sie tun der Erde weh, und die Erde weint. Sie vergiften das Wasser unserer klaren Flüsse und machen es trübe, die Fische sterben, und die Fische und die Flüsse weinen.

So seht ihr: die Fische und Flüsse weinen, die Bäume weinen, die Erde weint, die Wiesenkräuter weinen- ja, die ganze Natur machen die Weißen seufzen. Oh, die Undankbaren ! Auch sie wird Strafe ereilen.

Häuptling Kenekuk, Sauk

 Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen, daß man Geld nicht essen kann.

Weissagung der Cree

An allen diesen Büchern schwingt auch Hoffnung auf Besserung mit, im Sinne folgenden Spruches:

Wachstum ist ein Prozess, der zeigt, ob wir wirklich als Mensch in Harmonie mit den Gesetzen der Natur leben.

Gipfeltreffen „Kondor und Adler“ 2002

Ich wünsche viel Spaß und viele Erkenntnisse beim Lesen der Bücher.

 Wildau, 01.11.2010            Hans-Jürgen Bäcker

Bücherliste

 



Ein Baum ist mehr als ein Baum!  

Betrachtung eines Umweltaktivisten zum 20. Geburtstag des NABU

Umwelt- und Naturschutz sind Bewusstseinsfragen. Bewusstsein? Das hatten wir doch erst kürzlich in der Ideologiegesellschaft DDR. Was hat das Bewusstsein in der sozialen Marktwirtschaft des vereinigten Deutschland zu suchen? Die Gesellschaft in der wir leben, ist vom Geld bestimmt. Die DDR-Gesellschaft war von Ideologie bestimmt, dort wurde der Umweltschutz kurz gehalten.

Wenn wir uns den demolierten Schaukastens am Naturschutzgebiet Kienpfuhl, die zerstörten Scheiben der Hinweistafeln im Naturschutzgebiet Höllengrund-Pulverberg, oder die Abfallhaufen in den in Wohngebieten liegenden Waldstücken in Zeuthen anschauen, können wir fehlendes Bewusstsein erkennen.

1989 konnten wir in den Sälen noch demokratisches Bewusstsein und ein sehr starkes Bewusstsein für Natur- und Umweltschutz erleben. Was hatten wir für Illusionen, als wir bei der Westberliner Umwelt-Senatorin Schreier gegen die Mülltransporte in die DDR protestierten. Ohne die Wende hätten wir die durch die SED betriebene teilweise Parzellierung des damaligen Flächennatur-Denkmals und jetzigen Naturschutzgebietes Höllengrund-Pulverberg in Zeuthen nicht verhindern können.

In der Umweltkonzeption des Neuen Forums hieß es: “Durch die Bennennung der Missstände ist über die Betroffenheit bei den Bürgern mehr Engagement zu erreichen. Der erforderliche ökologische Umbau der Gesellschaft kann nur durch ein Umdenken aller Bevölkerungsschichten, durch die Schaffung eines ökologischen Bewusstseins bei der Bevölkerung wirksam gestaltet werden.“

Aber dann hat sich der überwiegende Teil der DDR-Bevölkerung zwar für die Demokratie, aber auch für die DM und damit gegen eine demokratische DDR entschieden. Eine Bewusstseinsfrage? Schließlich waren uns auch blühende Landschaften und nicht Millionen von Arbeitslosen versprochen. Jugendliche die randalieren und Millionen von Arbeitslosen von der Gesellschaft zum Teil sich selbst überlassen, die keine Perspektive mehr sehen, haben andere Sorgen und sind bestimmt nur schwer für Natur- und Umweltschutz zu begeistern. Aber man muss es doch wenigstens versuchen, auch wenn es schwer fällt.

Wer weiß schon, dass die Blätter, die an den Bäumen hängen, unsere Lebensbasis sind, den Sauerstoff liefern, den wir einatmen. Wenn es keine Blätter mehr gibt, gibt es kein Leben mehr auf der Erde. Wussten Sie das?

Natur- und Umweltschutz geht alle an und darf in unserer heutigen Gesellschaft, auch wenn die noch mit Fehlern behaftet ist, nicht zu einer Einzelaufgabe Einzelner werden.

Achim Stoff , Zeuthen im Mai 2010

 

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