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Fistulina hepatica – Ein seltener Baumpilz im NSG Dubrow

Klaus Schneider





Fistulina hepatica, auch Ochsenzunge oder Eichen-Leberreischling genannt,ist ein interessanter Vertreter der Familie der Baumpilze. Die Ochsenzunge ist sehr selten in Deutschland; und in vielen europäischen Ländern steht Fistulina hepatica auf der Roten Liste. Angaben in der Literatur zufolge, erscheint die Ochsenzunge im Zeitraum Juli bis November, meist am unteren Teil des Stammes alter oder geschwächter Eichen. Sie verursacht in dem befallenen Baum eine intensive Braunfäule.Das führt über einen Zeitraum von  Jahrzehnten letztlich zum Absterben des Baumes und zum Zersetzen des Stammes. Meine erste Ochsenzunge habe ich im September 2013 im NSG Dubrow an einer  alten Eiche entdeckt, unmittelbar am Weg vom Forsthaus Dubrow zum Haus des Waldes.

Meine Ochsenzunge war schon ertwas älter und hatte keine Ähnlichkeit mit einem jüngeren Exemplar. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich überhaupt herausgefunden hatte, daß es sich bei dem bräunlichen Matschklumpen an der alten Eiche um eine alte Ochsenzunge  handelt. Aber die im Internet verfügbaren Fotos und Informationen hatten mein Interesse geweckt. So bin ich dieses Jahr im September wieder zu besagter Eiche gepilgert und siehe da, ein gelblichgraues Etwas hatte sich am Fuß des Stammes gebildet.

Das sah zwar noch nicht nach einer Ochsenzunge aus, machte mich aber neugierig! Eine Woche später war das graue Etwas deutlich gewachsen und hatte sich rotbraun eingefärbt.

Leider war bei meinem nächsten Besuch an der alten Eiche alles verschwunden. Irgendwen hat das rote Ding an der alten Eiche wohl gestört! Aber da ich sehr oft durch die Dubrow streife, habe ich tatsächlich Glück gehabt und eine hübsche Ochsenzunge entdeckt!

Zwei Wochen später war sie deutlich gewachsen und hatte sich rotbraun verfärbt. Der Fruchtkörper kann bis zu zwanzig Zentimeter groß werden. Er besteht eigentlich aus unzähligen, nudelartigen Einzelfruchtkörpern und wird deshalb als Sammelfruchtkörper bezeichnet. Die ausgewachsenen Ochsenzungen sind weich und schleimig.

Aufgeschnitten tritt ein rötlicher Saft aus. Das ganze hat eine große Ähnlichkeit mit Fleisch. Junge Exemplare der Ochsenzunge sind eßbar, sollen aber nicht besonders schmackhaft sein. In den USA bezeichnet man diesen Pilz auch als “poor men`s beefstaek”.Aufgund der weichen Konsistenz hat der Fruchtkörper von  Fistulina hepatica im Gegensatz z. B. zum Zunderschwamm, der mehrere Jahre alt wird, nur eine kurze Lebensdauer. Dafür kann der Pilz auch an Totholz noch mehrere Jahre Fruchtkörper ausbilden. Also stehen die Chancen nicht schlecht, dass im kommenden Jahr meine alten Eichen im NSG Dubrow wieder Ochsenzungen hervorbringen werden.


Web-links:

http://aphyllopower.blogspot.com


de.wikipedia.org/wiki/Eichen-Leberreischling

 

 

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